Der gefrässige Japankäfer breitet sich in der Schweiz aus. Er befällt verschiedene Pflanzenarten. Markant sind die fünf weissen Haarbüschel auf jeder Seite. Wer einen dieser Käfer sieht, muss den Fund bei der kantonalen Stelle melden.

Ursprünglich stammt der Blatthornkäfer Popillia japonica aus Japan. Er ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Im Sommer 2020 wurde er erstmals im Südtessin entdeckt – und mittlerweile auch in Basel.

In Europa hat der Käfer – anders als in Japan – keine natürlichen Feinde. Er bedroht deshalb auch Kultur- und Wildpflanzen in der Schweiz. Die Engerlinge im Boden ernähren sich von Graswurzeln. Auf dem Speiseplan der erwachsenen Tiere stehen etwa 300 verschiedene Pflanzenarten. Sie fressen Blätter, Blüten und Früchte unter anderem von Äpfeln, Rosen, Mais und Reben sowie vielen weiteren Gartenpflanzen.

Merkmal des Japankäfers

Der Japankäfer ist höchstens einen Zentimeter gross. Er ähnelt einheimischen Käfern – vor allem Gartenlaub-, Rosen-, Juni- und Maikäfern. Ein auffälliges Unterscheidungsmerkmal gibt es allerdings. Auf beiden Seiten trägt er je fünf markante weisse Haarbüschel, auf dem Hinterteil zwei. Kopf und Hals glänzen auffällig grün, die Flügel schimmern braun.

Fünf Haarbüschel: auffälliges Merkmal des Japankäfers (Foto: Andreas Leuzinger)

Verdachtsfall: Was tun?

Japankäfer müssen der kantonalen Fachstelle Pflanzenschutz gemeldet werden – im Kanton Zürich ist diese dem Strickhof in Lindau angegliedert. Laut Fiona Eyer von der Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof gehen Sie am besten so vor:

  • Einsammeln: Japankäfer in ein Einmachglas oder in eine PET-Flasche geben
  • Fotografieren: am besten von oben, von unten und von der Seite
  • Melden: E-Mail mit Fotos und Fundort zur Untersuchung direkt
    an fiona.eyer@strickhof.ch senden
  • Aufbewahren: Befund abwarten

Die Fachleute von der Fachstelle Pflanzenschutz sehen sich den Fund an und melden sich schnellstmöglich bei Ihnen. Bestätigt sich der Verdacht, dass es sich beim gefundenen Insekt um einen Japankäfer handelt, kommt das Strickhof-Team vorbei und holt den Käfer ab. Für Sie als Gartenbesitzerin oder Gartenbesitzer entstehen dabei selbstverständlich keine Kosten.

«Sollte sich ein Verdacht anhand der Bilder bestätigen, kommen wir vorbei.»

Fiona Eyer, Strickhof Lindau

Unser Tipp: sofort handeln

Damit der Käfer bekämpft werden kann, muss er möglichst früh entdeckt werden. Mit Duftstoff-Fallen an strategisch gewählten Orten wie Autobahnraststätten überwachen die kantonalen Pflanzenschutzdienste schweizweit die Situation.

«Wichtig: sofort handeln und Empfehlungen der kantonalen Stelle befolgen.»

Im Moment sind in der Schweiz keine Insektizide zur Bekämpfung des Käfers zugelassen. Die Forschung arbeitet – bis jetzt mit mässigem Erfolg – mit Pilzsporen, die bereits gegen die Larven von Maikäfern eingesetzt werden.

Als Gartenbauunternehmen unterstützen wir die Bekämpfung dieses Schädlings selbstverständlich aktiv. Wir halten uns an die Vorgaben der kantonalen Stelle – und handeln sofort. Sehen unsere Mitarbeitenden einen Japankäfer, gehen sie gleich vor wie Sie als private Gartenbesitzerinnen und -besitzer: einsammeln, fotografieren, melden.

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